Catch and Release in Deutschland

| 20. September 2014 | 2 Kommentare

Unter Catch and Release versteht man das Fangen und Zurücksetzen von Fischen. Gerade unter Karpfenanglern ist dies eine häufig partizipierte Praxis. Doch während es in anderen Ländern sogar verboten ist bestimmte Fischarten, wie Karpfen oder Hecht zu entnehmen, werden dem Angler in Deutschland gewisse bürokratische und gesetzliche Stolpersteine in den Weg gelegt. Es ist relativ schwer zu sagen, wann es erlaubt ist einen Fisch zurückzusetzen und wann nicht.

Catch and Release in Deutschland

Eine Abhakmatte zum schonenden Abhaken des Fisches ist in Deutschland oft nicht gerne gesehen…

Aber warum ist das so?

In Deutschland gibt es viele Menschen, die sich berechtigterweise Gedanken darüber machen, was mit unseren Tieren geschieht und wie wir damit diesen Tieren umgehen dürfen. Laut § 1 unseres Tierschutzgesetzes darf man den Tieren keine unnötigen Schmerzen bzw. Leiden zufügen. Natürlich gibt es unzählige Studien, die belegen sollen, dass Fische keinen Schmerz oder eine andere Art von Schmerz empfinden. Es gibt aber auch genug Leute die gute Argumente für die andere Seite finden. Leider konnten wir Menschen diese Frage bis jetzt nicht final klären, weshalb all diese Studien und Argumente nur Schall und Rauch sind.

Catch and Release in Deutschland verboten?

Unterm strich lässt sich sagen, dass Catch and Release in Deutschland zu einer empfindlichen Strafe führen kann! Wer nur auf die Trophäenjagt aus ist, muss sich nicht wundern, dass Tierschützer auf ihn aufmerksam werden. Gerade, wenn man Bilder und Videos in den sozialen Netzwerken verbreitet. Es gibt aber auch Fälle, bei denen Angler freigesprochen werden. Oft sind dies Fälle, wo die Angler einen so großen Fisch fangen konnte, dass sie diesen gar nicht sinnvoll verwerten könnten. Das liegt aber auch immer ein wenig an der Betrachtungsweise des Richters. Ich würde mich da nicht auf mein Glück verlassen wollen.

Erlaubte Fälle von Catch and Release

Es gibt aber auch einige Situationen in denen man den Fisch unter Umständen auch in Deutschland zurücksetzen darf:

  • Wenn der Fisch noch in der Schonzeit ist.
  • Wenn der Fisch nicht das erforderliche Mindestmaß erreicht hat.
  • Wenn ihr eine andere Fischart als Beifang erbeutet, auf die ihr gar nicht gefischt habt.

Die letzte Regel ist auch wieder ein wenig schwammig. Bei den ersten beiden seid ihr sogar dazu verpflichtet die Fische wieder zurückzusetzen.

Meine Meinung

Das Thema Catch and Release ist in Deutschland sehr verworren. Ich versuch mich bei dem Thema möglichst gesetzestreu zu halten und die verwertbaren Fische, die ich Fange auch zu verwerten. Doch ein Fisch, bei dem von vornherein klar ist, dass dieser nahezu ungenießbar ist, macht mir Probleme. Ich habe in diesem Fall genau zwei Möglichkeiten:

  1. Ich töte den Fisch und schmeiße ihn danach in den Restmüll (Das ist in meinen Augen skrupellos und genauso schlimm wie Tierquälerei)
  2. Ich enthake den Fisch vorsichtig, versorge die Wunde und entlasse ihn zurück in seine Heimat, wo er sich hoffentlich schnell erholt.

Bei der ersten Variante kann ich mir sicher sein, dass es keine Probleme mit dem Gesetz gibt. Die zweite fühlt sich jedoch richtiger und gerechter an. Im Ernstfall wird es jedoch nicht darum gehen, was ich richtig oder falsch finde.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich nicht in die eine oder andere Ecke stellen lassen möchte. Da ich jedoch nah an der Holländischen Grenze wohne, gehe ich lieber auf Nummer sicher und Angle zum größten Teil dort auf Karpfen. Wenn ich in den heimischen Gewässern unterwegs bin, dann muss ich mich auch mal auf einen leckeren Satzkarpfen einstellen. Daran ist in meinen Augen auch nichts verwerfliches. Ich würde mir einfach nur etwas mehr Eigenverantwortung für den Angler wünschen. Denn viele Angler können sehr wohl die Situationen einschätzen. Ein 40Pfund Karpfen im Mülleimer ist sicherlich nicht Sinn der Sache!

Fazit

In diesem Sinne lautet mein Fazit: Weder ein Entnahmeverbot, noch ein Entnahmegebot ist der richtige Weg. Ich bin davon überzeugt, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt. Doch bis dahin sollten bzw. müssen wir uns den Landesgesetzen beugen.

Dieser Text soll in keinem Fall eine Rechtsberatung oder ähnliches sein! Ich bin auf dem Gebiet ein totaler Laie.

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Kategorie: Allgemein

Kommentare (2)

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  1. Mirko sagt:

    Schreibst du auch noch etwas zu der Carp Cradle von Nash, die man auf dem Bild sehen kann? Welche Version ist das?

    Sorry, wenn der Kommentar nicht zum Text passt 🙂

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