Mein erster Karpfen hatte 50 Pfund

| 25. September 2014 | 4 Kommentare

Mein zweiter Ansitz auf Karpfen barg einige Überraschungen für mich. Nachdem ich beim letzen Mal gar nichts fangen konnte, bin ich diese Woche fast aus allen Wolken gefallen. Ich bezeichne das mal als pures Anfängerglück.

Karpfenansitz Nummer 2

Die Vorbereitung

Dieses Mal wollte ich nichts dem Zufall überlassen. Also habe ich mich vorab an jemanden gewendet, der das Gewässer wie seine Westentasche kennt. Wir sind mehrere Stellen abgegangen und mir wurde erklärt, wo ich loten soll und auch was ich dabei achten muss. Es ist einfach viel entspannter und motivierender, wenn man bei großen Gewässern einen Anhaltspunkt hat um nach den Fischen zu suchen.

Auf geht es zum zweiten Ansitz

Ich war natürlich noch etwas aufgeregt. Auch wenn wir in der Woche zuvor noch einige Barsche fangen konnten, so war es doch etwas anderes über Nacht auf die Friedfische zu Angeln. Man schleppt viel mehr Equipment mit sich und stellt sich auf eine längere Zeit am Wasser ein. Diesmal habe ich mir eine Stelle ausgesucht, wo ich bequem mit dem Auto anfahren konnte. Mein Carp Porter war deshalb nicht nötig. Auch kam ich nicht gar so sehr ins Schwitzen bevor das eigentliche Angeln los ging.

Zielfisch Karpfen

Der Zielfisch war diesmal klar definiert. Ich wollte einen oder mehrer kleine Karpfen fangen. Ambitionen auf kapitale Fänge hege ich keine. Es sollte eher eine Art Test für mich und meine Ausrüstung darstellen. Schließlich habe ich nun schon seit Ewigkeiten keinen Karpfen mehr gefangen.

Die Strategie

Da mir ein Vorfüttern nicht möglich ist und ich auch kein Fan von großen Anfüttermengen bin, habe ich die folgende Strategie verfolgt:

  1. Sandbank durch Loten finden.
  2. 1-2 Hände voll 15mm Boilies anfüttern.
  3. Montage mit PVA-Säckchen auswerfen.
  4. Bissanzeiger scharf stellen und abwarten.

Nachdem ich ca. eine Stunde gelotet habe, konnte ich dann gegen 19 Uhr die Ruten ausbringen und habe danach getreu meiner Strategie die Füße von der Liege baumeln lassen und mir ein Hörbuch angehört.

Die verwendeten Montagen & Baits

Die erste Rute bestand aus einer einfachen Festbleimontage als Safty-Rig. Davor ein ca. 30cm langes Vorfach aus 20lbs Fox Cortex. Vor dem Fox Arma point SSBP Haken der Größe 4 wurden ca. 15mm der Ummantelung abgelöst. Das Haar war lang genug um zwei 15mm Boilis aufzunehmen. Als Hakenköder kam ein Schneemann aus den von mir angefütterten 15mm Penny Fishboilies von Cockbaits und einem 15mm Monster Crab XL Pop Up von Finkelde ITB.

Die zweite Rute bestand aus einer Inline Blei Montage und einem fertigen Supernatural 25lb – Wide Gape X 4 Rig von Korda. Auf dem Haar war ein einziger 20mm Monster Crab XL Pop Up von Finkelde ITB.

Beider Hakenköder wurden dann noch in dem passenden Monster Crab XL Liquid und Powder Dip geflavourt. In die PVA-Säckchen habe ich ein paar der Penny Fishboilies zerdrückt und zu je einem Drittel den „T Pellets“ Pelletmix und den Monster Crab X-plosion Groundbait hinzugegeben. Das sollte für eine ausreichende Lockwirkung bei geringer Futtermenge sorgen.

Wichtig war mir hierbei mit wirklich kleinen Futtermengen zu arbeiten!

Eine ruhige Nacht

Die Nacht verlief dann relativ ereignislos. Lediglich eine herumstreunende Ratte hatte es wohl auf meine im Eimer verschlossenen Köder abgesehen, weshalb einen etwas unruhigen Schlaf hatte. Glücklicherweise hat mich das Hörbuch genug abgelenkt um den kleinen Plagegeistern keine Beachtung zu schenken. So hatte ich gelegentlich kleinere Schlaf- und Wachphasen, konnte aber doch ein wenig entspannen. Schließlich wurde es in der Nacht auch schon richtig kühl, weshalb ich froh über den molligen Schlafsack war.

Biss – Ein Doppelrun!

Irgendwann zwischen 5 und 6 am Morgen. Jedenfalls kurz bevor die Sonne aufging, weckte mich ein dumpfes aber recht kurzes Tröööt und der Vibrationsalarm meines Recievers. In Sekundenbruchteilen war ich hellwach. War das ein zaghafter Karpfen oder doch nur eine Brasse? Ich stolperte den kleinen Hügel zu meinem Rod Pod hinunter um die Rute aufzunehmen. Kaum ich die rechte (die zweite oben erwähnte) Rute in der Hand, da pfiff auch schon die Linke Rute mit einem Fullrun ab! Das Adrenalin schoss mir in den Kopf. Was soll ich jetzt machen? Ich bin doch noch ein totaler Anfänger und alleine hier?! Geistesgegenwärtig ließ ich die Rute, die ich zuerst gepackt hatte wieder auf das Rod Pod nieder. Schließlich schien dieser Fisch bei weitem nicht so kräftig, wie der an der anderen Rute.

50 Pfund Schuppenkarpfen

Der Drill meines Lebens

Zugegebener Maßen habe ich noch nicht oft auf Karpfen geangelt und die meisten Versuche liegen schon mehr als ein Jahrzehnt zurück. Doch das was nun folgte kann ich durchaus als den Drill meines Lebens (bis zum jetzigen Zeitpunkt) bezeichnen. Der Karpfen, der hier auf meinen Schneemann gebissen hat war definitiv kein kleiner. Meine Fox Warrior S mit 3lbs bogen sich durch wie Spielzeug und der Fisch holte mächtig Schnur von der Rolle. Immer, wenn ich es geschafft hatte ihn ein paar Meter heranzuholen, da nahm er auch schon wieder Schnur.

Dieses Spiel dauerte eine gute halbe Stunde. Dann hatte ich den Fisch vor meinem Kescher. Doch ich war noch nicht routiniert genug. Bei den Profis sieht das immer so einfach aus. Schnell mit dem Kescher unter den Fisch und angehoben. Doch ich war selbst schon etwas ausgepowert von dem Drill und habe den hohen Wasserwiderstand unterschätzt, sodass der Fisch mir kurz bevor ich den Kescher heben konnte wieder ausgebüchst ist. Beim zweiten Versuch hat es dann aber endlich geklappt. Der Fisch war im Netz. Nun konnte ich den ersten Blick auf dieses wunderbare Tier werfen.

So schnell wie möglich versorgen

Meine Frau und ein Freund haben mich noch belächelt, als ich mir die Nash Monster Carp Cradle MK3 zugelegt habe. Niemand wollte mir glauben, dass ich einmal so große Fische fangen würde. Ich war selbst ein wenig skeptisch. Doch für dieses Prachtexemplar war diese Abhakmatte genau das richtige. Viel kleiner hätte sie nicht sein dürfen. Da ich in so einer hellen Aufregung war und es kaum glauben konnte, wollte ich lieber keine Zeit verlieren und habe auf Fotosessions verzichtet. Zumal ich weder eine zweite Person noch ein Stativ dabei hatte. Also wurde nur schnell ein Foto gemacht.

Den Haken hatte ich schnell entfernt und dann wurde der Fisch gewogen. Ich konnte ihn kaum von der Matte hochheben und war ganz erstaunt, als die Waage mir ein Gewicht von 55 Pfund zeigte. Minus den 5 Pfund von der Wiegeschlinge macht das glatte 50 Pfund! Mein erster Fisch und dann gleich ein 50 Pfund Karpfen. Das nennt man glaube ich Anfängerglück.

Nachdem ich mich um den ersten Fisch gekümmert habe viel es mir ein: Da war ja noch eine Rute mit Aktion!

Eine mächtige Brasse

Zuerst dachte ich, dass es sich vielleicht doch um einen Fehlbiss gehandelt hat. Schließlich ist in der ganzen Zeit nichts passiert. Mittlerweile ist schon eine gute Dreiviertelstunde vergangen. Doch es gab tatsächlich einen kleinen Widerstand. Im Dunkle konnte ich allerdings nicht genau erkennen, welcher Fisch mir dort in das Netz gegangen ist. Erst auf der Matte wurde mir bewusst, dass ich mir eben sowohl Kescher, als auch Matte zuschleimt hatte. Es war eine Brassen! Durchaus ein kapitaler Fisch aber keineswegs ein Zielfisch und schon gar kein Beifang, den ich verwerten konnte und wollte.

Sonnenaufgang

So ging die Sonne auf und schien auf mein zufrieden grinsendes Gesicht. Ich hatte wohl einen der Kapitalsten Schuppenkarpfen des Gewässers gefangen und das gleich als ersten Fisch überhaupt an diesem Gewässer. Ich konnte den Morgen also genießen und in aller Ruhe noch ein paar Köderfische jagen gehen.

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Kategorie: Unterwegs

Kommentare (4)

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  1. Henk Merx sagt:

    Beste Dennis
    Zunächst möchte ich dir gratulieren mit deinen 50 pnd karpfen, wie viel Glück kann man haben, aber es ist dir gekuent.
    Gefehlt die radar ds3 bissanzeiger das war ja ein gute Test mit so ein zwerre Karpfen.
    ich gehe regelmäßig nach Frankreich um dort auf karpfen zu Angelen, aber jetzt habe ich den Webshop und ist meine Zeit zum Angelen ziemlich begrenzt
    Daher möchte ich mich für die kommende Saison auf Gewässer concentrien die nicht so fern weck sind ,hast du vielleicht ein tip für Gewässer im Deutschland.
    Ich entschuldige mir für mein selchtest deutsch, es ist zwierig um deutsch zu schreiben .
    Viele grusse.
    Henk

    • Dennis sagt:

      Hallo Henk,
      dein Deutsch ist doch ganz gut 😉 Mein Niederländisch wäre bestimmt viel schlechter. Ich kenne mich in Deutschland ja selbst nicht so gut aus. Ich war jetzt das erste Mal seit über 13 Jahren wieder in Deutschland angeln. Ich komme öfter noch zu euch über die Grenze! Die DS3 Bissanzeiger machen einen guten Job bis jetzt. Ich werde da auch noch einen Test schreiben, wenn ich sie noch ein wenig mehr nutzen konnte.
      Viele Grüße,
      Dennis

  2. Hendrik sagt:

    Hei Dennis,

    cooler Blog! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Kapitalen Karpfen! Lang ist es her das ich einen Karpfen an der Angel hatte, heutzutage sind es eher Hechte, Zander und Barsche sowie Forellen/ Salmoniden die mich reizen! Aber leider komm ich nicht so viel raus zum angeln – vielleicht im Winter mal, beim Eisangeln!

    Petri Heil!

    • Dennis sagt:

      Hi Hendrik,

      vielen Dank für dein Lob! Bin hier noch nicht so weit, wie bei meinem Outdoor Blog, aber das wird schon noch 😉

      Wenn ich irgendwann mal wieder die Zeit finde nach Finland zu kommen, dann können wir gerne mal eine Runde fischen gehen.

      Petri Dank!

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